Gulper geb. Davied

liebenswerter, etwas dümmlicher Halb-Ork Barbar mit einem guten Herzen und einem Aggressivitätsproblem

Description:

Gulpers Werte**

Str. 18/+4 Dex. 13/+1 Con. 18/+4 Int. 7/-2 Wis. 12/+1 Cha. 10/0

HP: 18 BAB: +1

Ref. 1 Will. 1 Fort. 6

AC: 18 mit Einhandaxt und Schild und medium armor

16 bei Zweihandaxt ohne Schild und medium armor
15 bei Zweihandaxt und Schild und light armor
17 bei Einhandaxt und Schild und light armor

Touch: 11

Flat-Footed: 17 mit Schild und medium armor

16 mit Schild und light armor

15 ohne Schild und light armor

16 ohne Schild und medium armor

Ini: 1

Grapple: +5


Skills:

Einschüchtern: 5

Handwerk -2

Klettern: 5

Lauschen: 2

Mit Tieren umgehen: 1

Reiten: 2

Schwimmen: 4

Springen: 4

Überlebenskunst: 4


Waffen:

Große Axt (+5/1d12+6/x3)

Dolch (+5/1d4+4/19-20×2)

Leichte Armbrust (+2/1d8/19-20×2/ 120 Fuß Reichweite) + 20 Bolzen

Einhandaxt (+6/1d8+4/x3) + masterwork

Rüstung:

Kettenhemd +4 light armor

Kettenpanzer +5 medium armor

Schild: Heavy Steel Shield +2


Sprachen: common und orc

Feat: Power Attack

Fähigkeiten: Weapon and armor profiency (alle Waffen außer exotic, alle Schilde außer Turmschild, light and medium armor)

Fast movement

Illiteracy

Rage 1per day

Dark Vision (bei Nacht, 60 Fuß weit)

Sonstiges: orc-blood

Bio:

Vorgeschichte „Gulper“

41. Tag des 4. Quartals im Jahre 223 nachdem die Orks die Zerstörten Länder verließen Midwinter

Es war eine mondlose Nacht und der Schnee bedeckte den südlichen äußeren Rand der Großen Steppe. Die Eiszapfen hatten groteske Formen angenommen. In der Luft lag der erste Duft des kommenden Frühlings. Amanda blickte zu den Sternen empor und lächelte. Es war eine Nacht wie aus einem Märchen. Sie hörte das Beben von großen Füßen auf dem erstarrten Boden zu spät. In dem einen Moment hatte sie den Blick noch gen Himmel erhoben, im nächsten Moment war die Horde schon da. Plötzlich war die Frühlingsluft geschwängert vom Gestank nach Blut und Schweiß. Ein Toben aus 1000 Kehlen ließ Amanda erzittern und dann war da für einen Moment nur noch Stille. Das Schnauben eines Pferdes, das Wispern des Grases, das Stampfen eines Garganten. Die Ruhe vor dem Sturm. Wie in Zeitlupe erlebte Amanda, wie sie von einer riesigen Pranke zu Boden gestoßen wurde. Die Wucht des Aufpralls nahm ihr den Atem. Ihr Rückgrat knirschte, dann kam der Schmerz. In ihrem Herzen war nur noch Angst. Eine mörderische Fratze versperrte ihr die Sicht zu den Sternen. Das ängstigte sie mehr, als alles andere. Der Atem des Orks stank nach fauligem Fleisch, seine Rüstung nach trockenen Fäkalien, von der Klinge seines Messers hingen die Reste von Gedärmen. Bevor Grimm-Gier, Stammesführer der Kerkastreu-Orks, sich nehmen konnte, was er begehrte, spuckte Amanda ihm vor die Füße. Sie war eine stolze und starke Frau. Dann erfüllte nur noch ein Schreien die Nacht. Es war Midwinter, kurz nach Mitternacht. Als die Dämmerung anbrach, hatten sie Amanda gebrochen.

__In der Mitwintersnacht 223 nVdZ (nach Verlassen der Zerstörten Länder) entschieden sich Grimm-Gier und sein Bruder Kreischer ihre Horde an die zivilisierten Grenzen des nördlichen Reiches zu führen. Bevor sie die Steppe verließen, trafen sie auf vereinzelt stehende Bauernhöfe. Unter anderem auch auf Amandas Hof. Ihr Ehemann Hendrik und ihr sechs Jahre alter Sohn Adam waren eine Woche zuvor zur Jagd aufgebrochen und noch nicht wieder heim gekehrt. Die Kerkerstreu-Orks plündern und morden, brandschatzen und vergewaltigen nach Lust und Laune. Grimm-Gier ist ein grausamer Führer, sein Bruder Kreischer ein bisschen verrückt. Amanda war ein willenloses Opfer in ihren Augen und so kam es, dass Grimm-Gier sie vergewaltigt hat. Amanda überlebt den Überfall mit schweren Verletzungen. Dann bemerkt sie, dass sie schwanger ist._ _

69 Tag des zweiten Quartals im Jahre 224 nVdZ Gulpers Geburt

„Es ist zu früh“ haucht sie und schwach versucht sie nach ihm zu greifen. Sie ist fiebrig und zittert und sie kann Hendrik kaum richtig erkennen. Die Schmerzen im Unterleib bringen sie fast um den Verstand, aber sie schreit nicht. Und auch die Hebamme schreit nicht. Niemand spricht. Nur Amanda kann nicht still sein. Sie fürchtet um ihr Leben und in einer Mischung aus Hoffen und Bangen fürchtet sie auch um das Leben des ungeborenen Wesens in sich. Ihr Mann sieht sie liebevoll an. In seinen Augen findet sie Trost, in seiner Nähe Stärke. Sie hasst das Leben in sich, aber gleichzeitig liebt sie es. Wenn Hendrik es würde lieben können, dann konnte sie es auch. Und sie sah ihm an, dass er es tat. Gleich wer der Vater war, das Kind konnte nichts dafür. Amanda schloss für einen Moment die Augen. Sie war sich auch der Nähe ihres ersten Sohnes bewusst und dafür war sie dankbar. Adam hockte im sauberen Stroh und sah sie an. Seine Augen waren vor Furcht fast handtellergroß. Die Lippen zu schmalen Strichen zusammen gepresst. Er hasste. Aber sie verstand nicht warum. Dann wurde der Schmerz schlimmer. Ihre Gedanken wurden wirr und ihre Kraft ließ weiter nach. Sie spürte etwas warmes, feuchtes an den Innenseiten ihrer Schenkel entlang gleiten. Sie wollte danach greifen, konnte den Arm nicht heben. Panik wallte in ihr auf. Dann war es plötzlich dunkel und still. Amanda hatte das Bewusstsein verloren. Nach acht endlosen Stunden hatte Gulper seinen Weg in die Welt gefunden. 60 ganze Tage zu früh. Und doch war er größer als ein zweijähriges Menschenkind.

_Zwei Monate zu früh setzen bei Amanda plötzlich die Wehen ein. Das Kind ist während der Geburt zu groß für ihren Geburstkanal. Sie verliert sehr viel Blut und verliert kurz nach der Geburt das Bewusstsein. Aber sie erholt sich wieder. Gulper musste am Kopf aus ihrem Leib gezogen werden. Dabei war der Druck auf sein Hirn vermutlich zu groß gewesen. Außerdem war er für zwei Minuten ohne Sauerstoff. Hendrik gibt diesen beiden Tatsachen die Schuld an Gulpers mangelnder Intelligenz. Adam beginnt das kleine Wesen zu hassen. Unterbewusst gibt er Gulper die Schuld an Amandas Schmerzen. Amanda und Hendrik nennen ihren zweiten Sohn Davied. Aber diesen Namen legt Gulper ab, als er Jahre später sein zu Hause verlässt. Es ist nicht ganz klar, ob er seinen wahren Namen vergessen hat._

Im Jahre 229 nVdZ Gulpers Leid

Gulper war ein glückliches Kind. Er war nicht sehr klug und manchmal etwas grob, aber er war freundlich, liebte seine Eltern und seinen Bruder von ganzen Herzen. Er lächelte oft und viel. Hendrik ließ ihn die groben Arbeiten auf dem Hof übernehmen, während er Adam mit auf die Jagd nahm. Irgendwann entdeckte Hendrik, wie sehr Gulper an den Tieren des Hofes hing und wie zart und umsichtig der große, etwas ungeschlachte Kerl mit ihnen umging. Von nun an, war es auch Gulpers Aufgabe sich um die Schafe und Ziegen zu kümmern. Er war stolz, dass sein Stiefvater ihm so sehr vertraute, auch wenn es einfache Aufgaben waren. Gulper war zufrieden mit dem was er hatte. Seine Eltern waren gerecht und liebevoll zu beiden Söhnen. Weder der eine noch der andere wurde bevorzugt. Jeder wurde nach seinen Talenten gefördert. Nur Adam hasste seinen Bruder. Er ließ keinen Moment aus, mit Gulper allein zu sein, um ihn zu quälen. Er rief ihn einen Bastard, eine Missgeburt, einen Ork-Sohn. Gulper verstand die meisten Worte nicht, aber er wusste, dass es böse Worte waren. Sie verletzten ihn und er litt unter Adams Ablehnung. Dennoch liebte er ihn. Wenn sie gemeinsam am Tisch saßen und mit den Eltern aßen, trat er Gulper unter dem Tisch, wenn Gulper etwas erzählte unterbrach er ihn, wenn Gulper ein Spielzeug bekam, zerbrach er es. Gulper wurde sehr schweigsam. Adams Zorn verstand er nicht. Aber er verstand, dass es ihm weh tat. Eines Tages schenkte Hendrik ihm einen verletzten Hasen, den er während der Jagd gefunden hatte. Das Tierchen war schneeweiß und hatte dichtes, weiches Fell. Gulper taufte ihn „Langohr“ auf der Sprache der Orks. Er pflegte es gesund. Von da an, war Langohr sein Ein und Alles. Wenn Adam ihn wieder gequält hatte, erzählte er es dem Hasen, wenn er traurig wurde, schmuste er das Tier, wenn er Langohr in seinen großen Armen hielt, dann war die Welt gut und alles Leid vergessen. Hendrik und Amanda sahen mit Zufriedenheit, wie zart Gulper mit dem Geschenk umging. In diesen Tagen war er glücklich. Langohr interessierte seine Andersartigkeit nicht. Einige Zeit verging. Doch irgendwann kam Adam zu Gulper und bat ihn, mit ihm zu spielen. Gulper war so erfreut über das Angebot, dass er seinem Bruder mit einem breiten Lächeln folgte. Sein Herz war zum ersten Mal leicht und froh und ungebunden. Jetzt würde Adam ihn lieb haben. Der Gedanken machte ihn glücklich. Adam führte ihn nach draußen in den Garten. „Was Adam will spielen?“ fragte ihn Gulper. Er hüpfte vor Freude. Adam sah ihn nicht an. „Wir spielen mit Langohr, du großer Blödmann“ Seine Stimme klang so komisch und Gulpers Lächeln verschwand. Es verwirrte ihn, dass Adam mit Langohr spielen wollte, Adam hatte den Hasen doch gar nicht lieb. Aber die Hoffnung blieb und Gulper nickte eifrig. „Was Adam will spielen?“ wiederholte er voller Vorfreude. Dabei verzog er angestrengt die Stirn. Adam war so klug und so schlau. Manchmal war es schwierig zu verstehen, was er sagte, aber heute wollte er kein Wort von ihm verpassen. Adam seufzte nur genervt auf. „Das hier, du Bastard“ rief er und zückte sein Messer. Mit einer einzigen fließenden Bewegung hatte er Langohr gepackt und ihm den Bauch der Länge nach aufgeschlitzt. Dann ging er lachend davon. Gulper sank auf die Knie. Der große Halb-Ork war so unendlich traurig. In seinen großen Händen barg er den geliebten Hasen. Das dunkle Blut benetzte seine Arme. Salzige Tränen liefen ihm über die Wangen. Er verstand nicht, warum Adam ihn nicht lieb hatte. Seine Eltern fragten ihn nicht was gesschehen war und Gulper verriet es ihnen nicht. Nur Hendrik legte ihm zum Trost eine Hand auf den Rücken. Beim Abendbrot erzählte Adam hämisch seine Geschichte. Er nannte Davied zum ersten Mal „Gulper“, den Verschlinger, er hätte gesehen, wie er versucht hätte Langohr zu essen. Amanda schüttelte nur traurig den Kopf. Niemand verlor mehr ein Wort darüber.

_Seine ganze Kindheit über musste Gulper die Hänseleien seines Bruders ertragen. Adam machte es ihm zum Vorwurf, dass er so groß war und so dumm. Aber Gulper ließ sich seine Sanftheit und seine Liebe nicht nehmen. Er hatte ein großes Herz für alles was lebte und er lernte, so gut er konnte und er machte seine Eltern in seiner Einfachheit sehr stolz. Von dem Tag an, an dem Adam Langohr getötet hatte, weigerte sich Gulper auch nur jemals wieder ein Stück Fleisch zu essen. Wenn Hendrik von der Jagd kam, musste er Gulper Wurzeln und Gemüse, Beeren und andere Früchte mitbringen. _

Das Jahr 232 nVdZ Gulper war jetzt acht Jahre alt und schon so groß wie ein erwachsener Mann. Er war muskulös, mit breiten Gliedmaßen und einem unförmigen Kopf. Adam war gerade 14 geworden. Die Fehde, die er gegen Gulper führte, war noch nicht beendet und Gulper hatte nie gelernt, mit Gleichmut zu ertragen. Er litt Tag für Tag, aber er war auch glücklich. Am 2. Tag des 2. Quartals 232 nVdZ sollte der große Halb-Ork lernen, das das alte Leid ein Spinnenweb gegen das Leid gewesen war, was noch kommen würde. Es war der heißeste Tag des Jahres. Die Sonne brannte unbarmherzig auf die beiden arbeitenden Jungen hinab. Sie waren schweigsam. Der Eine aus Hass, der Andere aus Wehmut. Die Gräser der Steppe waren verdorrt und der Boden war aufgerissen. Am Himmel war keine einzige Wolke zu sehen. Die Luft war zu drückend um zu atmen. Gulpers Arme schmerzten und die Haut auf seinem kahlen Kopf war so rissig wie die Steppe. Er ignorierte den Schmerz. Adam sah immer wieder zu ihm hinüber, er versuchte mitzuhalten, aber so klug er auch war, körperlich konnte er gegen Gulper nichts ausrichten. Als das Erdbeben die Steppe erschütterte, kamen Hendrik und Amanda in heller Aufregung zu ihnen. In ihren Augen stand die Angst und deshalb setzten sich die beiden Jungen nicht zu Wehr, als ihre Eltern sie mit wenigen Worten den Dachboden hinauf schoben und ihnen deutlich machten, dass sie nun sehr sehr leise sein mussten. Gulper verstand die Aufregung nicht. Bei einem Erdbeben hätten sie eigentlich unten bleiben müssen, nahe bei den Wänden. Aber er sah die Panik in seinem Vater und so schwieg er und tat, was man ihm befahl. Adams Angst war offensichtlich. Er verkroch sich sofort in der hintersten dunkelsten Ecke, während Gulper nahe bei der Falltüre blieb und durch einen Spalt in den Holzdielen beobachtete was geschah. Es würde diese Bilder niemals wieder in seinem Leben vergessen. Als die Türe zum Haus eingetreten wurde, wurde er sich seines Irrtums bewusst. Das was er für ein Erdbeben gehalten hatte, war eine Horde Orks, die sein Heim überfielen. Der Ork, der als erstes das Haus betrat wurde von Hendrik mit einer Axt niedergestreckt, doch dann war der Andrang zu stark. Das Gebäude erbebte und die trockene Luft war erfüllt von dem Schreien der vielen Mäuler und dem Wimmern der Menschen. Draußen brüllten die Tiere in Todesangst.

Ein sehr großer Ork betrat das Haus. Seine Haut war schwarz, sein Körper massig. Sein Haar hing in grauen Strähnen von seinem ungerüsteten Rücken. In seinen winzigen Augen glänzte der Wahn. Seine Linke schmetterte Hendrik zu Boden. Ein Knacken erklang und eines seiner Beine lag in einem unnatürlichen Winkel von ihm gestreckt. Er wimmerte. Die Rechte des Orks packte Amanda an der Kehle und hielt sie an eine Wand gedrückt. Die Beine baumelte hilflos weit über dem Boden. Gulper roch ihren Schweiß, er roch auch die Orks und er wusste auch, dass er seinen Bruder schützen musste. Er legte einen Finger an die Lippen, sah sich zu Adam um und schüttelte leicht den massigen Kopf. Adam presste sich erstarrt in eine Nische. Sein Mund öffnete und schloss sich immer und immer wieder. „Wie Fisch“ dachte Gulper beiläufig, „Sieht dumm aus“ Als der große Ork zu sprechen begann, musste sich Gulper eine Hand an die Stirn legen. Die Stimme bereitete ihm Schmerzen im Kopf. Hoch und schrill und überaus unpassend, fing der Ork an zu sprechen: „Ich bin Kreischer“ rief er und lachte plötzlich wie irre. Gulper begriff den Zusammenhang nicht. „Und dies ist der Boden, auf dem diese Frau meinen Bruder Grimm-Gier einst beleidigte. Ich bin hier um seine Schmach zu rächen.“ Gulper erstarrte. Den Namen Grimm-Gier hatte er schon mal gehört. Seine Eltern sprachen nur flüsternd von ihm, hinter vorgehaltener Hand, wenn sie dachten, dass er sie nicht würde hören können. Grimm-Gier, sein Vater, und Kreischer, der Bruder seines Vaters, sein Onkel. Er spuckte lautlos auf die Dielen. „Verlasse dieses Haus, mein Weib gehört dir nicht“ rief Hendrik plötzlich, aber seine Stimme brach und der Ork schien ihn nicht gehört zu haben. Aber Gulper hatte die Worte verstanden und er bewunderte seinen Stiefvater für seinen Mut. Kreischer begann wieder zu lachen. Dann hob er seine freie Klaue und rammte sie voller Wucht in den Unterleib der Frau. Gedärme quollen unmgebremst hinaus, Blut lief in Strömen über ihr Kleid und ihre nackten Beine hinab. Ihr Mund war in stummen Qualen aufgerissen. Adam konnte sich nicht abwenden. Gulper richtete sich voller Zorn auf. Dann sah er Hendriks Blick, nach oben gerichtet, genau in seine Augen. Ein unmerklichen Neigen seines Kopfes. Gulper setzte sich. Sein Vater wollte nicht, dass er half. Kreischer wusste nicht, dass es ihn gab. Seine Mutter war rettungslos verloren. Gulper wollte das Gesicht in den Händen vergraben, aber er konnte nicht. Seine Mama durfte in ihren letzten Minuten nicht allein sein. Er würde bei ihr sein, im Herzen. Er sah zu, wie Amanda starb. Kreischer ließ sich Zeit mit seiner Rache. Zunächst führte er seinen wulstigen Lippen an Amandas Hals, biss zu und trank. Gulper würgte und Hendrik wandte den Kopf ab. Dann riss Kreischer ein großes Stück Fleisch aus Amandas Leib und begann zu kauen. Stück für Stück verspeiste er Gulpers geliebte Mutter und ihr Ehemann war gezwungen es zu sehen. Gulper verpasste nicht einen Moment des Grauens und in ihm wuchs ein Zorn, der seine Liebe überwog.

Das Schauspiel dauerte eine lange Zeit. Eine sehr lange Zeit.

Wie erstarrt wartete Gulper auf seinem Platz auf dem Dachboden. Erst als das Trommeln auch der letzten Füße in der Steppe verklungen war, öffnete er langsam und vorsichtig die Tür zum Wohnraum. Schritt für Schritt kam er die Treppe hinab. Adam ließ er weinend hinter sich zurück. Eine stille Verachtung hatte sich in Gulpers Seele geschlichen. Sein Bruder, den er liebte, war ein Feigling. Erst als er mit beiden Beinen fest am Fuße der Treppe stand, richtete er sich vollständig auf. Ein Grollen drang aus seiner Kehle und ein Glitzern lag in seinen Augen. Beide Hände waren zu Fäusten geballt. Dann wurde es dunkel um ihn.

Später, als er wieder denken und wahrnehmen konnte, sah er sich um. Seine wilde Raserei, sein heftiger Zorn hatte das ganze Haus verwüstet. Möbelteile lagen in Trümmern, das Tongeschirr war zersplittert, Amandas Webstuhl war umgerissen und die Decken waren zu Schneewehen geworden, die wie Irrlichter im hellen Sonnenlicht tanzten. Gulper grunzte. Er war müde, so unendlich müde. Jeder Muskel im Körper schmerzte, sein Gesicht brannte, seine Kopfhaut blutete. Die Fingerknöchel seiner Hände waren aufgescheuert und seine Fingerkuppen wund. Vorsichtig trat er an Hendrik heran. „Nicht, nicht“ eine wage Erinnerung durchflutete seinen Geist. „Nicht, Nicht, tu das nicht mein Sohn“ Hendriks Worte, während Gulper das zerstörte, was er am meisten liebte.

Mit sanften Pranken nahm er den verletzten Stiefvater und legte ihn zärtlich auf die Reste des zerstörten Bettes. Stück für Stück nahm er sich Holzstücke und band sie an seinen Beinen zu Schienen zusammen. „Vater muss ruhen“ flüsterte er dabei leise. „Vater aua“ Hendrik nickte, aber er roch nach Angst und seine Augen waren feucht. „Ich gehen und finden Onkel-Orksen“ sagte Gulper leise. „Finden Onkel-Orksen und Onkel-Orksen dann tot sein.“ Hendrik schwieg. „Ich verspreche es dir, Papa“ sagte er dann, blickte dann erstaunt auf. Diese klaren Worte, waren aus seinem Mund gekommen. Dann verdunkelte sich sein Verstand wieder. „Ich hatten Mama sehr lieb.“ hauchte er dann und wandte sich um. Ohne noch einmal zurück zu sehen, öffnete er die Tür und trat hinaus. „Davied“ ein einfacher Ruf. Zum ersten Mal nannte Adam ihn bei seinem wirklichen Namen. Gulper erstarrte. Aber er sah nicht zurück. „Davied nicht sein mein Name“ gab er ruhig zurück, „Mein Name sein Gulper.“ Damit verließ er das Haus.

_Der Überfall auf Amanda, Kreischer, der sie aufisst und der Hass, der in Gulper heran wächst katapultieren in zum ersten Mal in Rage. Sein Versprechen Rache zu üben, ist der Grund warum Gulper sein Zuhause verlässt. Zum Ersten Mal lehnt er sich gegen Adam auf. Außerdem gibt er sich den Namen „Gulper“, einen Namen, der ursprünglich als Schimpfname gedacht war. Gulper geht und nimmt nur mit was er braucht. Die große Zweihandaxt, einen Dolch und eine leichte Armbrust. Er wird jagen. Von nun an, empfindet er großen Hass auf jeden, der versucht Hand an eine Frau zu legen. Und er hasst niemanden mehr, als Kreischer, seinen Blutsverwanden. _

Zu den Fragen**

Frage 1: Was sein Aussehen betrifft ist Gulper mehr Ork als Mensch. Er ist groß und breit, graue Haut und borstige, schwarze, aber nur vereinzelte Haare am ganzen Körper. Seine Kopfhaut dagegen ist nackt. Sein Gesicht ist sehr markant, hervorstehende Wangenknochen, breiter Kiefer, kleine tiefliegende Augen mit hellen grauen Pupillen und schwulstige Lippen. Hände und Füße erinnern an Pranken und wirken somit überproportional groß. Seine Bewegungen wirken oft etwas grobmotorisch, seine Aussagen sind kurz und meist etwas ungalant. Im Herzen hat er sich trotz seiner Geschichte eine gewisse Güte bewahrt.

Eine der ersten Szenen, die ich im Kopf hatte, als ich Gulper entwickelte, war wie er mitten auf einer Straße kniet (hinter ihm stauen sich schon die Wagen der Händler, schimpfende Stimmen werden laut) einen Arm ausstreckt und versucht einer Katze mit dem Zeigefinger auf die Nase zu tippen. „Hey, Dude“, Gulper grinst versonnen. Wenn die Katze dann in Panik davon läuft, verschwindet Gulpers Lächeln und macht einer naiven Traurigkeit Platz.

Gulper hat auch irgendwie verstanden, dass dieses „Glitzer-Geld“ irgendwie wertvoll ist, trotzdem sieht er nicht ein, jemanden der genug von etwas hat, auch noch dafür zu bezahlen. Dass kann dann dazu führen, dass er einem Händler (der in seinen Augen eh genug zu Essen hat) einfach androht, ihm den Arm zu brechen, wenn er ihm nicht etwas zu essen überlässt. Im Gegensatz dazu, würde er aber einen Moment später, dem Bettler an der nächsten Ecke einfach so zwei Handvoll Gold überlassen. Nicht aus Güte, sondern einfach nur, weil er das „Glitzer-Zeugse“ ja eh nicht benötigt.

Was Gulpers Prinzipien angeht, kann er sehr stur sein, verstößt jemand dagegen, wird er wütend.

Frage 2: Seit dem gewaltsamen Tod seiner Mutter, hat Gulper ein Problem damit, dass jemand Frauen schlägt, isst etc. Seit Adam Langohr getötet hat, ist er nun Vegetarier. Er reagiert aggressiv, wenn jemand ein Tier tötet, ausnimmt und ihm zum Essen vorsetzt. Gleichzeitig wird er dann auch betrübt. Trockenfleisch dagegen würde er vermutlich nicht einmal erkennen. Außerdem glaubt er, dass alle Götter auf ihre Weise stark sind. Daher hat er großen Respekt vor allen, die mit ihren Göttern verbunden sind. Nach seinem Verstand, kann es viele Götter geben und auch alle zugleich. Das schließt sein einfacher Geist nicht aus. Des Weiteren lässt sich Gulper nicht davon überzeugen, seinen Plan, Rache an Gulper zu üben, auszugeben.

Frage 3: Gulper hat aufgrund seines etwas beschränkten Verstandes , leider auch eine eher mangelnde Reflexionsgabe. Trotzdem gibt es sicher einige Situationen, in denen Gulper mit sich hadern würde:

1, Wenn er einer grausamen Frau begegnet, die ihm weh tut, was würde Gulper dann tun? Würde er nur in der Defensive kämpfen und dabei riskieren, der Frau weh zu tun, oder würde er sich richtig wehren und den Tod der Frau in Kauf nehmen, würde er nur konsterniert gucken und nichts tun und dabei sein eigenes Leben gefährden? Im Endeffekt kommt es wohl auf den Moment an und ob seine Gefährten in Gefahr sind oder wie stark seine Verletzungen sind und und und.

2, In vielen Dingen überwiegt Gulpers orkische Sturheit. Wenn ihm nun aber ein deutlich intelligenterer Charakter eine einfache Logik vorsetzt, die er versteht sieht er sich ab und an in dem Konflikt, ob er nun seiner eigenen Logik folgt, oder die des deutlich Klügeren.

3, Er hasst die Orks, ist aber zum Teil selbst Einer. Schwierig könnte es dann werden, wenn es nötig ist, seine Fähigkeiten, die ihm sein Ork-Blut verleiht, einsetzen zu müssen. Ebenso wenn es darum geht, Artefakte zu nutzen, die nur der Ork in ihm nutzen kann. Je nachdem leidet er auch unter seinen Rage-Zuständen, auch wenn die Teil des Barbaren in ihm sind.

4, Außerdem könnte ein Zusammentreffen mit Adam, seinem Bruder schwierig werden, da er ihn einerseits liebt, aber auch unter ihm zu leiden hatte.

Frage 4: Gulper ging von Zuhause fort um Rache an Onkel-Orksen und Papa-Orksen zu nehmen. Immerhin hatte er das seinem Vater versprochen.

Frage 5: Seine größte Schwäche ist wohl seine mangelnde Intelligenz und das was damit einher geht. Er lässt sich halt sehr schnell von seinem ursprünglichen Ziel ablenken. Wenn es darum geht, Frauen oder Mädchen zu retten, mit Tieren zu schmusen, zu spielen oder mit ihnen Freundschaft zu schließen etc. Wenn ihm jemand einen guten Grund nennt (am besten in einfach verständlichen Worten), dann würde Gulper wohl alle Aufgaben annehmen. Außerdem ist er sehr schnell, sehr loyal, weil er immer etwas Gutes in einem Wesen findet. Manchmal ist er auch zu den falschen Leuten loyal. (Beispiel: Adam) Genausoschnell, kann sich seine Loyalität aber auch in Enttäuschung umschlagen und das führt dann zu aggressivem Verhalten, wenn jemand absichtlich und deutlich gegen seine Prinzipien verstößt. Wenn das geschieht, verzeiht er nur sehr schwer.

Frage 6: Natürlich seine tote Mama. Immerhin hat er sie sehr geliebt. Sie ist der Grund, warum er sich ins Abenteuer gewagt hat. Sein Steifvater, Hendrik, der ihm vieles beigebracht hat, den er liebt und respektiert. Adam, sein Bruder, auch wenn seine Gedanken an ihn immer zwiegespalten sein werden. Kreischer und Grimm-Gier. Die beiden Orks, die er unbedingt töten möchte.

Frage 7: Ich habe bisher in allen anderen Rollenspielrunden immer intelligente, aber schwache Charaktere gespielt. Da aber auch die Dummen, ihre Stärken haben, sehe ich das als Herausforderung, auch einem Halb-Ork Barbaren Persönlichkeit zu geben. Es kann sicherlich interessant sein, zwei Seiten einer Persönlichkeit kennen zu lernen und sie miteinander zu vereinbaren. Irgendwie birgt das auch einige Facetten für Rollenspiel. Quasi einmal die andere Seite ausprobieren.

Außerdem brauchte die Gruppe noch einen Tank ;-)

Gulper geb. Davied

Das Herz des Reiches Gulper